Schützengesellschaft Hubertus Pfaffenberg 1860 e.V. - der Verein

[der Verein]

[Chronik 1860 bis 1980]

Die Schützengesellschaft 1860 "Hubertus" Pfaffenberg ist einer der ältesten Ortsvereine. Die Namen der Gründungsmitglieder sind meist bei den Gefallenen und den Veteranen der Kriege von 1866 und 1870/71 zu finden. Zunächst nannte man sich Zimmerstutzen=Gesellschaft Pfaffenberg. In der Gemeindechronik steht 1911 zu lesen: "Offenbar um einen dringenden Bedürfnis abzuhelfen und das Dutzend von Vereinen hier voll zu machen, gründete am 30.12.d.J. Herr Josef Staimer (uam) eine zweite Schützengesellschaft" (Dieser Parallelverein bestand sicher nur bis zum Kriegsanfang).

Die erste Blütezeit der "Hubertusschützen" in diesem Jahrhundert dauerte von 1910 bis 1914. Während des ersten Weltkrieges 1914/1918 und 1919 ruhte der Schießbetrieb vollständig. Einen erneuten Aufschwung zeigte die Gesellschaft von 1919 bis 1939 unter Schützenmeister Josef Bauer, Justizsekretär und Jäger (bereits seit 1910 Schützenmeister) und dem zweiten Schützenmeister, Freizeitbüchsenmacher und Schreinermeister Otto Reithofer, sen.

Herübergerettet aus dem vorigen Jahrhundert wurde die sehr reich ausgestattete Schützenkette, die mit Silberlingen von 1874, 1892, 1893 und zwei Maria-Theresien-Talern von 1761 und 1780 bestückt, insgesamt mit 42 Münzen besetzt war. Die für den Verein besonders wertvolle Kette und die Dokumente von 1860 bis 1910 sind vermutlich 1936 verbrannt, als das Schützenlokal Amann der Brauerei Stöttner in Flammen aufging. Auf der letzten Seite des sehr interessanten "Kassa-Buch der Zimmerstutzen=Gesellschaft Pfaffenberg" steht der Vermerk: "Winterschießen 1936/1937 fiel aus (wegen Brand)". Aus dem 19. Jahrhundert stammt auch die Fahne des Bürgervereins Pfaffenberg von 1869, die seit dessen Auflösung von den Schützen verwahrt und hochgehalten wird. In den Wirren des zweiten Weltkrieges (1939/1945) wurde sie kurz vor Kriegsschluß (Mai 1945) vergraben und bald nach Kriegsende wieder herausgeholt. Bei einigen Reinigungsversuchen litt die Farbe etwas, sonst aber befindet sie sich noch in einem verhältnismäßig guten Zustand.

Während nach dem 1. Weltkrieg ab 1920 die Schießabende hauptsächlich in den Herbst- und Wintermonaten stattfanden, wurden sie ab 1928 bis in den Monat Juli ausgedehnt. Im Oktober 1928 wechselte man von der 12er Scheibe auf die 5er Scheibe. An vielen Abenden wurden "Vortl" ausgeschossen. Volksfestschießen und sogenannte Zimmerstutzen-Sternschießen waren sehr beliebt, aber nicht einträglich.

Meist musste sogar draufgezahlt werden. Der Verein gehörte damals schon dem Gau an, aber Runden-Schießwettkämpfe fanden nicht statt. Schützenbälle und -kränzchen waren in Mode und ebenso "Pickelsteiner-Partien" und Endschießen. Mehr als 16 Schießabende im Jahr brachte man kaum zusammen, trotzdem konnte von einem geregelten Schießbetrieb gesprochen werden.

1930 trat der Spenglermeister Joseph Kreitmeier unserem Verein bei (bereits seit 1924 bei anderen Schützenvereinen), dem er als Aktiver bis zu seinem Tode 1985, 82-jährig, angehörte. Er war das einzige Ehrenmitglied des Vereins, dem er auch über 20 Jahre als zweiter Schützenmeister vorstand. 1981 wurde ihm nach 50-jähriger Mitgliedschaft beim Bayerischen Schützenverband das Ehrenzeichen in Gold überreicht.

Im März 1951 forderte der letzte Schützenmeister vor dem Krieg, Hans Limmer, alle Freunde des Schießsports auf, zu einer Wiedergründungsversammlung der Schützengesellschaft "Hubertus" zu erscheinen. Männer dieser ersten Stunde am Dienstag, 6. März 1951, 20.00 Uhr, waren: Reithofer Otto sen., Reithofer Otto jun., Karl Ludwig, Limmer Hans, Kreitmeier Joseph, Bauer Max, Brockenauer Hans, Hofbauer Josef, Amann Karl, Konrad Wilhelm, Franzisi Herrmann.

Im Mai begann man im Amann-Saal (heute Gasthaus "Zum gemütlichen Treff") wieder ein geregeltes Schießen, und zwar mit dem Luftgewehr auf die 12er Scheibe. Die Jahre später wurde die 10er-Scheibe und 1956 die 5er-Scheibe eingeführt. Neben dem Königsschießen waren Freundschaftsschießen mit befreundeten Vereinen, Mitwirken bei Fahnenweihen und dazwischen Ferkelpartien etc. die herausragendsten Ereignisse. 1954 wurde aus heiztechnischen Gründen das Schießlokal gewechselt. Man schoß nun im Cafe Zirngibl (jetziges Geschäft Wokoeck) zunächst auf einem und später auf zwei Ständen. Das Gesellschaftliche stand im Vordergrund.

Anfangs der 70er Jahre ruhte der Schießbetrieb ganz. 1975 entschloß man sich, dem Labergau Mallersdorf beizutreten und an Rundenwettkämpfen teilzunehmen. Der 1. Wettkampf wurde bei den "Lustigen Brüdern" in Zaitzkofen ausgetragen. Mit 930 zu 929 Ringen musste man sich geschlagen geben. Nach der Generalversammlung im Jahr 1977 wurde das Lokal abermals gewechselt. Man zog wieder in das platzgünstigere alte Lokal der Brauerei Stöttner zu Gastwirt Karl Ruhstorfer (früher Amann, jetzt "Zum gemütlichen Treff"). Dort wurden nun sechs Schießstände eingerichtet. Im Januar 1980 fand eine außerordentliche Generalversammlung mit Neuwahlen statt. Martin Weiß, der schon einige Monate als kommissarischer Schützenmeister fungiert, wird zum 1. Schützenmeister gewählt.

Dem Eintrag ins Vereinsregister wurde ebenso zugestimmt wie dem erneuten Umzug in ein anderes Schützenlokal. Brauereibesitzer und Vereinsmitglied Karl Stöttner stellte dankeswerterweise seinen früheren Teil-Saal in der Brauerei zum Umbau zur Verfügung. In einem Arbeitsgroßeinsatz wurden innerhalb eines Monats 5 Schießstände eingerichtet, die nicht mehr abgebaut werden müssen, da der Raum nur von unseren Schützen benützt wird.